Die Einzigartigkeit von Echt Bütten

Die Einzigartigkeit von Echt Bütten

Es ist eines der feinsten und exklusivsten Papiere. Charakteristisch sein vierseitig faseriger Rand. Ein Produkt größter Handwerkskunst, das Jahrhunderte überdauert, das Kulturgut und Kulturträger gleichermaßen ist. Echt Bütten – ein Papier höchster Qualität, das Ursprünglichkeit, Beständigkeit und Individualität verkörpert.

Nur wenige Papierfabriken weltweit schöpfen noch echtes Büttenpapier auf dem Rundsieb. Zu diesem kleinen Kreis gesellen sich auch zwei Unternehmen mit Sitz in Deutschland: der Traditionsbetrieb Hahnemühle in Dassel und die 1903 in der Eifel gegründete Papierfabrik Zerkall Renker & Söhne. Die Firmen Zerkall und Römerturm Feinstpapier verbindet eine seit über 100 Jahren andauernde Zusammenarbeit.

Die Büttenpapierfabrik Zerkall Renker & Söhne

In einem kleinen Dorf am Waldesrand wird das edle Papier von Felix und Stefan Renker, Urenkel des Gründers, und ihren 30 Mitarbeitern hergestellt.
Entlang der Fabrik fließt die Kall. Hieraus wird das für die Papierherstellung benötigte Wasser entnommen. Nach dem Produktionsprozess wird es aufbereitet und ist dann wieder so rein, dass es zurück in den Fluss geleitet werden kann.

Wer die Backsteingemäuer des Familienunternehmens betritt, fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt. In Zerkall wird das Büttenpapier zwar maschinell, jedoch ohne computergesteuerte Technik geschöpft. Stehen geblieben ist die Zeit jedoch nicht. Die Rundsiebmaschine wurde im Laufe der Jahre stetig optimiert und ist nach wie vor eine der größten Produktionsanlagen für echte Büttenpapiere.


Vieles geschieht in Zerkall noch in Handarbeit, wie das Zerschneiden von Baumwollresten aus der Textilindustrie oder das Bespannen der Rundsiebzylinder, mit denen das Papier geschöpft wird. Auf den Rundsiebzylindern werden per Hand Stege angebracht, die das Format des Papiers bestimmen und die Entstehung der echten Büttenränder beim Schöpfvorgang ermöglichen. In der aufwendigsten Bespannung steckt ein ganzes Jahr Arbeitszeit.

Die Büttenpapierproduktion - Ganz ohne computergesteuerte Technik

Hauptrohstoffe der Büttenpapierherstellung sind Zellstoff und Hadern (unverholzte Faserstoffe z. B. Baumwolle oder Leinen). Für Zerkall Bütten werden sowohl Baumwoll-Linters als auch recycelte Textilien verwendet.

Der Zellstoff wird im Pulper unter Beigabe von Wasser aufgelöst, so dass ein Faserbrei entsteht. Im Holländer werden die Hadern aufgelöst und gekürzt und mit Wasser ebenfalls zu einem Brei verarbeitet.

Zellstoff- und Baumwollbrei werden in die Bütte geleitet, wo ein Rundsiebzylinder rotiert. An diesem lagern sich die Fasern beim Durchfließen des Wassers gleichmäßig ab. Eine mit Filz bespannte Walze nimmt dem Sieb das frisch geschöpfte Papier ab und befördert es zu den nächsten Stationen, wo es entwässert und getrocknet wird.

Am Ende verlassen einzelne Büttenpapier-Bogen mit echtem Büttenrändern die Papiermaschine.

In den Feuchträumen wird das Papier zum Nachfeuchten aufgehängt, damit es anschließend im Kalander geglättet werden kann.

Die Herstellung echter Büttenpapiere dauert vom Auflösen und Zerkleinern der Fasern, über das Schöpfen, bis zum Nachfeuchten und Glätten durchschnittlich etwa drei bis vier Wochen.

Die Produktion in Bildern

Nach der Produktion wird das Papier zum Teil zu Karten, Briefbögen und –hüllen weiterverarbeitet. Zerkall ist der einzige Anbieter, der echtes Büttenpapier nicht nur für Grafik und Kunstdruck, sondern auch für das Schreibwarensortiment und für Traueranzeigen anbietet.

Qualität ist oberste Prämisse

Die Zerkaller Papiermacher entwickeln ihr Produkt stets weiter und gehen auf spezielle Wünsche ihrer Kunden ein. "Wir haben zum Beispiel Anfragen nach veganem Büttenpapier", erzählt Felix Renker. "Aktuell sind unsere Produkte nicht vegan, da der synthetische Neutralleim, durch den die Papierfasern leicht wasserabweisend werden, um sie beschreibbar zu machen, tierische Substanzen enthalten könnte. Die Herausforderung ist daher, einen Leim zu finden, der garantiert vegan ist und gleichzeitig die Bedruck- und Beschreibbarkeit des Papiers nicht einschränkt."


Die Qualität soll der Erfüllung des Kundenwunsches nicht zum Opfer fallen. Und der Qualitätsanspruch in Zerkall ist hoch. Von der Rohstoffauswahl bis zur Verarbeitung wird alles genauestens geprüft. "Während der Herstellung nehmen wir im Halbstunden-Takt Muster zur Kontrolle", erklärt Stefan Renker, der für den technischen Betriebsablauf zuständig ist. "Nach ihrer Herstellung durchlaufen die Bogen nochmals eine genaue Inspektion." Auch in puncto Alterungsbeständigkeit hält man sich an die höchsten internationalen Anforderungen, die durch die Normen DIN ISO 9706 und ANSI/NISO Z 39.48-1992 vorgegeben werden. Bei der Qualität werden keine Kompromisse gemacht – nicht umsonst genießt Zerkall-Bütten einen so herausragenden Ruf.

Vom Grundgesetz bis zur Druckgrafik

1949 wurde auf Zerkall-Bütten das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschrieben. Ebenso die Urkunde zur Deutschen Einheit. Druckgrafiken von Künstlern wie Max Ernst und Georg Baselitz wurden auf gleichem verewigt. Das exquisite Papier erfreut sich mittlerweile internationaler Bekanntheit. Ein Großteil der Produktion wird nach Großbritannien und in die USA exportiert. In England legte ein Verlag Shakespeares Werke neu auf – gedruckt auf Büttenpapier aus Zerkall.


Dass sich Echt Büttenpapier sogar bei der Publikation von Fotobüchern im Offset-Druck einsetzen lässt, zeigt ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit Römerturm Feinstpapier und dem V8 Verlag entstanden ist. Das Buch "Zerkall. Die unzeitgemäße Geschichte der Eifeler Büttenpapierfabrik Zerkall Renker & Söhne" portraitiert das Unternehmen und seine Mitarbeiter und wurde natürlich auf hauseigenem Büttenpapier gedruckt. Aufgrund seiner besonderen Haptik und Optik wurde das Fotoreportagebuch sogar mit dem Haptik Award ausgezeichnet. 

Das 192 Seiten starke Fotoreportagebuch mit 95 Farbfotografien kann für 48,00 € direkt bei Römerturm bestellt werden.

Ob Buch- oder Katalogherstellung, Werbung oder Imagepflege – echtes Büttenpapier findet heute weitaus mehr Anwendung als nur für Kunst, Korrespondenz oder Trauerkarten. Und sollten Zweifel bestehen, ob Echt Bütten das geeignete Material für ein spezielles Projekt ist, so stehen sowohl die Experten von Zerkall als auch die von Römerturm mit ihrem Know-how gern beratend zur Seite.

Auswahl an Zerkall Echt Bütten

Alt Burgund Werkdruckpapier

Alt Burgund Werkdruckpapier<br/>

Alt Cleve Druckkarton

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Alt Mainz Druckgraphikkarton

Alt Mainz Druckgraphikkarton<br/>





Einstiegsbild Büttenpapiere © Maxi Uellendahl Photographie